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Epidemiologie psychischer Störungen während der Schwangerschaft und Zusammenhang mit dem Geburtsergebnis

Epidemiologie psychischer Störungen während der Schwangerschaft und Zusammenhang mit dem Geburtsergebnis: Eine umfangreiche retrospektive Beobachtungsdatenbankstudie mit 38.000 Schwangerschaften  

 

Zeitschrift: Archives of Gynecology and Obstetrics > Ausgabe 3/2019

Autoren: Stephanie Wallwiener, Maren Goetz, Anne Lanfer, Andrea Gillessen, Marc Suling, Manuel Feisst, Christof Sohn, Markus Wallwiener  

 

Abstract

Untersuchung der realen Epidemiologie psychischer Störungen während der Schwangerschaft und ihrer Auswirkungen auf das Geburtsergebnis einer nicht ausgewählten Bevölkerung mit niedrigem Risikopotenzial in Deutschland. Methoden Die Antragsdaten der Techniker Krankenkasse (TK) wurden im Rahmen einer retrospektiven Beobachtungsstudie über einen Zeitraum von einem Jahr von 01/2008 bis 12/2008 analysiert, einschließlich 38.174 schwangere Frauen. ICD-10-Codes wurden in vier Diagnosegruppen zusammengefasst: Depression, Angststörungen, somatoforme / dissoziative Störungen und akute Stressreaktionen. Die Beziehung zwischen psychischen Störungen, Geburtsmodus und Säuglingsgewicht wurde mit Chi-Quadrat-Tests und multivariater logistischer Regression getestet. Zu den wichtigsten Ergebnisgrößen gehörten die Prävalenz psychischer Störungen während der Schwangerschaft, Kaiserschnitte und untergewichtige Säuglinge.  

 

Ergebnisse

N = 16.639 Fälle mit mindestens einer Diagnose aus den vier Gruppen mit psychischen Störungen wurden identifiziert: 9,3% Depressionen, 16,9% Fälle mit Angststörung, 24,2% Fälle mit Somatoform / dissoziativer Störung und 11,7% Fälle von akutem Stress Reaktionen. Frauen, bei denen eine psychische Störung diagnostiziert wurde, brachten ihr Kind eher durch einen Kaiserschnitt (Depression: OR = 1,26 (95% KI 1,14–1,39); Angstzustände: OR 1,11 (95% KI 1,02–1,19); somatoforme Störungen: OR 1,12 (95% CI 1,05–1,20); akute Stressreaktionen: OR 1,17 (95% CI 1,07–1,28)]. Darüber hinaus waren Säuglinge von Frauen, bei denen während der Schwangerschaft ein ICD-10-Code für Depressionen diagnostiziert wurde, eher untergewichtig und / oder geliefert vorzeitig [OR = 1,34 (95% CI 1,06–1,69)].  

 

Schlussfolgerungen

Wir beobachteten sehr hohe Prävalenzraten von psychischen Störungen während der Schwangerschaft, die dringend ein stärkeres Bewusstsein für ein validiertes Screening und angemessene Behandlungsmöglichkeiten rechtfertigen.