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Coronavirus – Infos für Schwangere

Coronavirus – Infos für Schwangere

Was ist jetzt wichtig? Was soll beachtet werden?

Wir haben Infos für Sie zusammengestellt – insbesondere für die Schwangerschaft und erste Zeit mit dem Baby

Wie kann ich mich oder mein Kind anstecken?

Die Ansteckung erfolgt über winzige Speichel- oder Schleimtröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen. Auch eine Übertragung über kontaminierte Oberflächen ist sehr selten, aber möglich.

 

Zur Reduzierung des Risikos müssen die empfohlenen Hygienemaßnahmen – wie regelmäßiges und richtiges Händewaschen sowie die Einhaltung der Hust- und Niesetikette eingehalten werden.

Wie gefährlich ist die Corona-Virusinfektion für mich?

Aktuell gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Corona-Virus (SARS-CoV-2) gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist. Schwerwiegendere Symptome wie Lungenentzündung scheinen bei älteren Menschen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Langzeiterkrankungen häufiger zu sein. Wenn eine bereits vor der Schwangerschaft bestehende Herz- oder Lungenerkrankung vorliegt, könnten eher Komplikationen bei Atemwegsinfektion wie bei der Corona-Virusinfektion eintreten.

Spezifische Behandlungsmöglichkeiten oder Impfungen sind aktuell noch nicht möglich. Die Behandlung erfolgt daher symptomatisch. Über einen Abstrich aus dem Mund- und Rachenbereich wird die Diagnose gestellt.

Wie gefährlich ist die Corona-Virusinfektion für mein Baby?

Bisher gibt es weltweit keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Auch gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann. Es wird daher als unwahrscheinlich angesehen, dass das Virus beim Fetus zu Anomalien führt. Bislang wurden international nur ca. 30 Schwangerschaften mit einer Corona-Virusinfektion dokumentiert. Diese Zahlen sind viel zu klein, um valide Aussagen ableiten zu können. Zwei Mütter waren schwer an einer Covid-19-Erkrankung erkrankt – in keinem Fall war ein Neugeborenes infiziert.

Welche Symptome löst die Corona-Virusinfektion aus?

häufig:

  • trockener Husten
  • Fieber
  • Schnupfen

gelegentlich:

  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Durchfälle

Bei Abgeschlagenheit, Schläfrigkeit oder weniger Durst sollte sofort die ärztliche Rücksprache erfolgen

Was muss ich tun, wenn ich Symptome zeige oder Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte?
  1. Wenden Sie sich telefonisch an Ihre gynäkologische Arztpraxis – Sie werden über alle weiteren Maßnahmen aufgeklärt.
  2. Wenden Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt, oder rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 an.
Was soll ich tun, wenn ich aufgefordert werde, mich selbst zu isolieren?

Schwangere, denen geraten wurde, sich selbst zu isolieren, sollten im Haus bleiben und 14 Tage lang den Kontakt mit anderen vermeiden. Das RKI gibt hierzu dezidierte Empfehlungen. Konkret bedeutet das:

  • nicht zur Schule oder zur Arbeit oder in öffentliche Bereiche zu gehen
  • keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen – bleiben Sie zu Hause und erlauben Sie keine Besuche
  • lüften Sie die Räume, in denen sie sich befinden
  • trennen Sie sich so weit wie möglich von anderen Personen im Haushalt, indem Sie ihre eigenen Handtücher, Geschirr und Utensilien verwenden und zu unterschiedlichen Zeiten essen
  • bitten Sie Freunde und Familie oder nutzen Sie Lieferservices, um Besorgungen für Sie zu erledigen. Die Übergabe sollte dann ohne direkten Kontakt erfolgen
Kann ich an meinen vorgeburtlichen Terminen teilnehmen, wenn ich mich selbst isoliert habe?

Bitte informieren Sie Ihre gynäkologische Arztpraxis, um diese darüber zu informieren, dass Sie sich derzeit in Selbstisolierung für eine mögliche beziehungsweise bestätigte Corona-Virusinfektion befinden. Es ist wahrscheinlich, dass routinemäßige vorgeburtliche Termine ohne Schaden für Sie oder Ihr Kind herauszögert werden, bis die Isolation endet. Wenn Ihre Hebamme oder Ihr Arzt darauf hinweist, dass Ihr Termin nicht warten kann, werden die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, damit Sie den Termin wahrnehmen können.

Was mache ich, wenn ich mich unwohl fühle oder während der Isolation Sorgen um mein Baby mache?

Ihre gynäkologische Arztpraxis und das zuständige Gesundheitsamt legen gemeinsam mit Ihnen das Vorgehen im Falle einer notfallmäßigen bzw. außerhalb der üblichen Erreichbarkeiten eintretenden Zustandsverschlechterung fest. Das Vorgehen sollte sowohl das aufnehmende Krankenhaus, die mitzuführenden Unterlagen als auch das geeignete Transportmittel dorthin umfassen. Schwangeren wird empfohlen, keine allgemeinen Sprechstunden oder Kliniken zu besuchen, es sei denn, sie benötigen dringend eine medizinische Versorgung. Wenn Sie während Ihrer Selbstisolationsphase Bedenken hinsichtlich des Wohlbefindens Ihrer selbst oder Ihres ungeborenen Kindes haben, wenden Sie sich an Ihre gynäkologische Arztpraxis. Wenn dort die Aufnahme in ein Krankenhaus empfohlen wird, werden schwangere Frauen gebeten, mit privaten Verkehrsmitteln zu reisen oder einen Krankenhaustransport zu arrangieren und vor dem Betreten des Krankenhauses die Klinik telefonisch zu benachrichtigen.

Wirkt sich die Selbstisolierung darauf aus, wo ich mein Kind gebäre?

Als Vorsichtsmaßnahme wird schwangeren Frauen mit Verdacht auf oder bestätigter Corona-Virusinfektion bei Wehen empfohlen, zur Geburt eine Klinik aufzusuchen, in der das Baby kontinuierlich elektronisch überwacht werden kann. Es sollte immer das von Ihnen präferierte ortsnahe geburtshilfliche Zentrum aufgesucht werden. Die kontinuierliche Überwachung des Fetus dient dazu, zu überprüfen, wie Ihr Baby auf Wehen reagiert. Da eine kontinuierliche Überwachung des Fetus nur in einer geburtshilflichen Abteilung stattfinden kann, in der eine ärztliche und Hebammenversorgung gewährleistet ist, wird nicht empfohlen, zu Hause oder in einem Geburtshaus zu gebären.

Wirkt sich die Selbstisolierung auf meine Geburt aus?

Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Sie nicht vaginal gebären können oder dass ein Kaiserschnitt sicherer ist, wenn eine Corona-Virusinfektion vermutet oder bestätigt wurde. Wenn Ihre Atemwegserkrankung (Atmung) jedoch darauf hindeutet, dass eine dringende Entbindung erforderlich ist, kann eine Kaiserschnittgeburt empfohlen werden. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass Frauen mit Verdacht auf oder mit bestätigter Corona-Virusinfektion keine Periduralanästhesie (PDA) erhalten können. Die Verwendung von Lachgas ist aufgrund von Bedenken bezüglich einer Verbreitung des Virus in der Klinik nicht möglich. Bei der Geburt muss allein aufgrund der Corona-Virusinfektion kein Kinderarzt anwesend sein.

Was passiert, wenn ich während meiner Selbstisolationsphase Wehen bekomme?

Wenn Sie Wehen bekommen, sollten Sie uns in der Klinik aufsuchen und um Rat fragen. Bitte informieren Sie Ihr betreuendes Krankenhaus auf jeden Fall darüber, dass Sie eine Corona-Virusinfektion vermuten oder eine solche bei Ihnen bestätigt wurde.

Wird mein Baby immer auf eine Corona-Virusinfektion getestet?

Selbst bei einer bestätigten Corona-Virusinfektion bei Ihnen wird Ihr Kind nicht automatisch abgestrichen, sondern klinisch beobachtet. Im Idealfall zeigt es keinerlei Symptome und kann bei Ihnen bleiben und mit Ihnen zusammen die Klinik verlassen. Ein Abstrich bei Ihrem Kind erfolgt nur dann, wenn sich weitere medizinische Maßnahmen aus dem Ergebnis ableiten würden.

Kann mein Baby bei mir bleiben, wenn das Corona-Virus bei mir vermutet oder bestätigt wird?

Ja. Vorausgesetzt Ihrem Baby geht es gut und es muss nicht aus anderen medizinischen Gründen auf einer Neugeborenenstation gepflegt werden. Es gibt keine Erkenntnisse, dass ein Verbleib Ihres Kindes bei Ihnen in dieser Situation für Ihr Kind Nachteile hat.

Kann ich weiterhin stillen?

Ja. Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Daher wird davon ausgegangen, dass die anerkannten Vorteile des Stillens die potenziellen Risiken einer Übertragung des Corona-Virus überwiegen. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern.

Wenn Sie Ihr Baby stillen oder mit Milchnahrung füttern möchten, werden folgenden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:

  • Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lang, bevor Sie Ihr Baby stillen. Ist es Ihnen nicht möglich Ihr Kind zu stillen, kann die Muttermilch auch abgepumpt und an den Säugling verfüttert werden. Auch hierbei sollte auf die Hygiene geachtet und Pumpe sowie Fläschchen nach dem Gebrauch sterilisiert werden.
  • Wenn Sie eine Milchpumpe nutzen, achten Sie besonderes nach jedem Gebrauch auf die Empfehlungen zur Pumpenreinigung.
  • Wenn Sie Ihr Baby mit Milchnahrung oder Milch füttern möchten, wird empfohlen, die Sterilisationsrichtlinien strikt einzuhalten.
  • Wenn möglich, tragen Sie eine Gesichtsmaske zum Füttern an der Brust. Aktuell sind diese in Apotheken und Drogerien sehr schwer zu beschaffen. Alternativen bieten daher selbst hergestellte Mund-Nasen-Schutz-Masken. Das Gesundheitsamt ist bemüht einen Mund-Nasen-Schutz für betroffene Familien zur Verfügung zu stellen.

Das GBCOG (German Board and College of Obstetrics and Gynecology) ist ein Zusammenschluss aus dem BVF (Berufsverband der Frauenärzte e.V.) und der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe). Gemeinsam haben Sie die Hinweise und FAQ zu spezifischen Risiken der COVID-19-Virusinfektion entwickelt, auf welche wir uns mit den o. g. Tipps beziehen.